Demonstrationsflächen 2025
Im Jahr 2025 werden folgende Demonstrationsversuche durchgeführt:
1. Wintergerste nach Raps
2. Rapsbeissaat
Demonstrationsflächen 2024
Demoversuch: stabilisierte N-Düngung im Winterweizenanbau
Das Versuchsziel war, eine betriebsübliche nitratbetonte Stickstoffdüngung mit einer stabilisierten Harnstoffdünung der Firma SKW Piesteritz in Winterweizen zu vergleichen.
Hintergrund ist die vermehrt auftretende Frühjahrstrockenheit, die es bei der klassischen Gabenteilung in drei Düngezeitpunkte häufig erschwert, den Stickstoff rechtzeitig zum Schossen an die Pflanze zu bringen. Hohe Startgaben verringern das Risiko des Stickstoffmangels bei Trockenheit in der Schossphase, bergen aber die Gefahr von Nitratverlagerung in das Grundwasser. Stabilisierter Harnstoffdünger verlangsamen die Nitrifikation, sodass hiermit erhöhte Startgaben ohne massive Auswaschungsverluste zu riskieren möglich sind. Somit wurden 2 Varianten angelegt:
A: betriebsüblich, mit drei Düngegaben (ASS und KAS)
B: Stabilisierte N-Düngung, mit lediglich zwei Düngegaben (Mischdünger (stabilisiert) 39/6 und KAS).
Der Versuch wurde auf einer repräsentativen Winterweizenfläche durchgeführt. Der Frühjahrs-Nmin lag bei 29 kg/ha. Es wurde ein grundwasserschutzorientierter Düngebedarf von 168 kg N/ha ermittelt. Die Fläche wurde in zwei Parzellen unterteilt. Jede Parzelle wurde zum gleichen Zeitpunkt angedüngt. Die betriebsübliche Startgabe lag bei 60 kg N/ha über ASS, in der stabilisierten Variante wurden 120 kg N/ha über 39/6 gegeben. Die Zweite Gabe erfolgte zu Beginn des Schossens nur in der betriebsüblichen Variante in Höhe von 60 kg N/ha. Die zum Ährenschieben geplante Düngung beider Varianten in Höhe von 40 kg N/ha über KAS wurde durch das ungewöhnlich feuchte Frühjahr, insbesondere den feuchten Mai, dass die Befahrbarkeit nicht zuließ, zu spät durchgeführt.
Es wurden Ernteproben und Nachernte-Nmin vorgenommen. Aufgrund der verspäteten Abschlussdüngung wurde die Kornfüllungsphase verpasst, sodass die Erträge in beiden Varianten mit rund 68 dt/ha unterdurchschnittlich ausfielen (üblich sind 80 dt/ha). Außerdem war aufgrund des nassen Sommers keine rechtzeitige Ernte möglich, sodass die Qualität des Weizens darunter litt. Der Proteingehalt lag bei lediglich 10,7 % (betriebsüblich) bzw. 11,1 % (stabilisiert). Der Nachernte Nmin war bei stabilisierter N-Düngung mit 113 kg Nmin/ha deutlich höher als bei betriebsüblicher Düngung (80 kg Nmin/ha). Da die Erträge nahezu gleich ausfielen und auch die Proteingehalte keine großen Unterscheide aufwiesen, ist der Nmin nicht erklärbar. Möglich ist, dass der Frühjahrs-Nmin in diesem Teilstück höher war als unter betriebsüblicher Düngung. Allerdings lag nur ein Frühjahrs-Nmin-Wert vor, sodass diese These nicht belegt werden kann.
Insgesamt verlief die Witterung konträr zum Verlauf der Vorjahre. Durch das nasse Frühjahr konnten die Vorteile einer stabilisierten Harnstoffdüngung, die sich v.a. bei Trockenheit zeigen, nicht aufgezeigt werden. Nachteile in Ertrag und Qualität waren aber auch nicht zu beobachten, sodass diese Methode bei absehbar häufiger auftretenden, ausgeprägten Trockenphasen im Frühjahr zu empfehlen ist.
Abbildung 1: Nachernte-Nmin-Ergebnisse des Demonstrationsversuchs "stabilisierte N-Düngung".
Demoversuch: Zwischenfruchtanbau als Erosionsschutz
Zwischenfruchtanbau ist neben der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und der Erhöhung der Biodiversität eine wichtige Maßnahme zur Verringerung der Erosion. Ziel war die Etablierung verschiedener Zwischenfrucht-Varianten hinsichtlich Feldaufgang, Bodenbedeckung und Integration des Zwischenfruchtanbaus in die Fruchtfolge des teilnehmenden Betriebes.
Für den Versuch wurden vier verschiedene Zwischenfruchtmischungen von der DSV (Deutsche Saatenveredelung) angebaut.
A: Aqua Pro (Phacelia, Öllein, Sonnenblume, Rauhafer, Ramtillkraut, Sorghum)
B: Beta Maxx (Phacelia, Öllein, Rauhafer, Ramtillkraut, Felderbse, Sommerwicke, Serradella, Alexandrinerklee, Blaue Lupine)
C: Vita Maxx (Phacelia, Öllein, Rauhafer, Ramtillkraut, Tiefenrettich, Abessinischer Kohl, Leindotter, falscher Buchweizen, Weißer Senf)
D: Mais Pro (Abessinischer Kohl, Felderbse, Inkarnatklee, Öllein, Tiefenrettich, Perserklee, Phacelia, Ramtillkraut, Sonnenblume, Sorghum, Weißklee, Winterwicke, Winterroggen).
Die Entwicklung der Zwischenfruchtbestände war mäßig. Aufgrund des späten Aussaattermins und der schwierigen Aussaatbedingung durch die nassen Witterungsbedingungen haben sich die Bestände nicht wie gehofft entwickelt. Zum Teil überwiegte Ausfallgetreide (Wintergerste). Trotzdem haben Pflanzen- und Nmin-Untersuchungen Unterschiede zwischen den verschiedenen Zwischenfruchtmischungen aufgezeigt und auch unter diesen Bedingung einen wertvollen Beitrag hinsichtlich Nährstoffkonservierung und Erosionsschutz geliefert (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: Analyse Ergebnisse des Zwischenfrucht Aufwuchses (Nährstoffaufnahme und Nmin-Untersuchungen)
Die Varianten „Aqua Pro“ und „Vitamaxx“ konnten sich am besten etablieren. Verdeutlicht wird diese Entwicklung durch den hohen Anteil an Kalium, was auf den Sonnenblumenanteil der Mischung zurückzuführen ist. Die Sonnenblumen in der „MaisPro“ Zwischenfruchtmischung haben sich dagegen schlechter etabliert und haben so weniger Kalium aufgenommen. Die Phosphoraufnahme war in der Mischung Betamaxx am geringsten, während Aqua Pro und Vitamaxx die mit 11 kg/ha die höchsten Werte aufwiesen. MaisPro nahm mit 8 kg/ha die mittlere Stellung ein.
Zusätzlich wurden Nmin Beprobungen durchgeführt (siehe Abbildung 2) Die Nmin Ergebnisse lagen zwischen 48 und 66 kg/ha und damit relativ hoch, was auf die unterdurchschnittliche Entwicklung der Bestände zurückzuführen ist.
Im November fand eine gut besuchte Feldbegehung statt. Hier wurden die Bestände begutachtet und vorgestellt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Vorteile dieser Mischungen für den Erosionsschutz gelegt: Untersuchungen zeigen, dass aufwändigere Mischungen - wie die hier präsentierten – stabilere und größere Bodenaggregate hinterlassen, die Wasseraufnahmefähigkeit verbessern und die Diversität des Bodenlebens positiv beeinflussen.